Sommersonnenwende, Litha - 21.Juni

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Die höchste Sonnenkraft – und der Wendepunkt

Zur Sommersonnenwende erreichen die Kraft der Sonne und die Tageshelligkeit ihren absoluten Höhepunkt. Wir feiern den längsten Tag des Jahres. Gleichzeitig findet der Wendepunkt statt, ab dem die Tage wieder kürzer und die Nächte wieder länger werden.

Die Natur zeigt sich in voller Pracht und Fülle. Pflanzen tragen Blüten und Früchte, die aus ihren Samen entstanden sind. Alles wächst und gedeiht .Viele Pflanzen entwickeln zur Zeit um die Sommersonnenwende ihre höchste Heilkraft.

Wir genießen die Fülle der Natur und die damit verbundene Unbeschwertheit.

Wir feiern die Kraft der Sonne, die alles Leben wachsen und gedeihen lässt, uns wärmt und unser Innerstes frei und sorglos macht.

Es ist die Zeit der Fülle und der Entfaltung und wir feiern den Reichtum und die Schönheit der Natur und in uns.

Das Fest der Sommersonnenwende steht im Jahreskreis im Süden. Der Süden steht für die Mittagszeit, für die Lebensmitte, für das Element Feuer und für die Themen der Mütterlichkeit und der großen Liebe.

Die Natur zur Sommersonnenwende

Die Natur zeigt sich Ende Juni in absoluter Fülle. Viele Pflanzen blühen in den schönsten Sommerfarben oder tragen jetzt ihre süßen Früchte. Erdbeeren, Himbeeren, Ribisel und Brombeeren liefern uns die lang ersehnten frischen Vitamine. Auch das Gemüse wächst rasch und üppig und wenn Mutter Erde uns wohl gesinnt ist, steht eine reiche Ernte bevor. Es ist die Zeit des Überflusses, in der wir uns keine Sorgen um unsere Versorgung machen müssen, weil alles, was unser Körper benötigt, in ausreichender Menge vorhanden ist.

Gefühlsmäßig beginnt für uns zu dieser Zeit erst der Sommer. Die Tage sind heiß und wir genießen die Wärme und die Kraft der Sonne. Sie stärkt uns mit ihrer Energie und ihrer lebensspendenden Kraft.

Gleichzeitig wird aber spürbar, dass die Sonne auch zerstörerische Kraft in sich trägt. Sie kann die Erde austrocknen, verbrennen und verdorren. Genau an diesem Punkt wird es wichtig den Gegenpol zu ehren. Das Wasser, und die kühlende Nacht. Sommersonnenwende bedeutet auch, dass ab diesem Zeitpunkt die Tage wieder kürzer und die Nächte wieder länger werden. Am scheinbaren Höhepunkt ist die Wende bereits vollzogen.

Die astrologische Sichtweise des Festes

Zur Sommersonnenwende findet astrologisch gesehen der Wechsel vom Sterzeichen Zwilling in das Sternzeichen Krebs statt. Beim Zwilling handelt es sich um ein Luftzeichen, bei dem es vor allem um Leichtigkeit im Leben geht, aber auch um Kommunikation, Kontakt und Austausch mit Anderen. Zum Zwilling gehört ebenso große Neugierde und ständiges Streben nach Veränderungen und Neuerungen.

Im Sternzeichen Krebs tritt dagegen die Innenschau des Menschen in den Vordergrund. Es geht ums Gefühl und die Intuition. Wir entwickeln unsere empfindsame Seite und plötzlich steht das seelische Erleben und Verarbeiten im Mittelpunkt. Der mütterlich nährende Aspekt bekommt Bedeutung. Es wird zur Aufgabe eines jeden Menschen, darauf zu achten, wie sehr er sich selbst bemuttert und nährt – wie gut er sich um sein inneres Kind kümmert.

Zur Zeit der größten Hitze übernimmt also das Wasserzeichen Krebs mit seinen stark ausgeprägten Mondkräften die Führung.

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Der Aspekt der Göttin

Zur Sommersonnenwende erreicht auch die weibliche Kraft der Göttin ihren Höhepunkt. Sie ist jetzt die reife Frau und wird zur fruchtbarkeitsspendenden Ernährerin und Mutter. Die Sommergöttinnen stellen den Archetyp der partnerschaftlichen und mütterlichen Göttin dar

Die Verliebte verwandelt sich in die Liebende. Es kommt zur Heiligen Hochzeit mit ihrem Gegenpart, dem Sonnengott. Dieses göttliche Paar vereint weibliche und männliche Anteile, wodurch ein Zustand des Gleichgewichtes und des Gleichseins erreicht wird. In diesem Moment kann die Welt in ihrer Ganzheit erfahren werden

Göttinnen des Festes

Die Göttinnen, die zur Sommersonnenwende geehrt werden, sind immer die großen Muttergöttinnen. Göttinnen, die uns Fülle und Überfluss bringen.

Ein Beispiel für die Sommergöttin ist die germanische Göttin Frigg. Frigg ist in der altnordischen Mythologie die Himmelsgöttin und Gattin des Hochgottes Odin. Beide stehen an der Spitze der Gottheiten. Frigg gilt als Beschützerin der ehelichen Liebe und der Hausfrauen. Sie ist eine ruhige und wissende Göttin. Sie sieht Schicksale der Menschen voraus, spricht aber nicht darüber. Sie ist warmherzig, liebend und fürsorglich.

Frigg ist auch sehr freiheitsliebend und zauberkundig. Sie ist die Göttin der ehelichen Treue, der Schwüre und Geburtshelferin.

Das Element Feuer

Das Fest der Sommersonnenwende steht im Jahreskreis im Süden. Dem Süden ist das Element Feuer zugeordnet, weshalb wir uns beim Feiern auch gerne mit der Feuerthematik und der Feuerkraft auseinandersetzen. Feuer steht allgemein für hohe Energie, Hitze und Transformation. Feuer kann aber auch sehr gefährlich und zerstörerisch sein und ist dennoch lebensnotwendig.

Die Wesen des Feuers

Feuergeister heißen Salamander, Alben oder Feuerdevas

Wir können sie sehen, wenn wir in ein offenes Feuer sehen.

Feuergeister bringen uns Ausstrahlung, Leidenschaft, Begeisterung und Inspiration, sie können aber auch sehr gefährlich und mächtig werden

Qualitäten des Elements

•  Transformation – Veränderung , Umwandlung
•  Energie, Aktivität, Tatkraft
•  Lebens- und Schöpferkraft
•  Leidenschaft
•  Begeisterung

Wann rufen wir die Feuerenergie und die Feuergeister?

•  Wenn und Lebensenergie und Lebensfreude fehlen
•  Wenn wir mehr Begeisterung erleben wollen
•  Wenn wir zuwenig Selbstvertrauen haben und ausstrahlen
•  Wenn wir Altes loslassen bzw. umwandeln wollen
•  Wenn wir mutlos und handlungsunfähig sind
•  Wenn ich mehr Leidenschaft leben möchte

Bräuche zum Fest

Die Sommersonnwende wurde bei den Kelten ganz ausgiebig gefeiert. Meist dauerte die Feier 12 Tage lang.
Es war ein Dankesfest für die herrliche Sommerzeit, mit all ihrer Fülle und dem Überfluss. Es war die sorgloseste Zeit des Jahres, da die Menschen wirklich ausreichend zu essen besaßen. Man bedenke, dass die Versorgung mit Nahrungsmitteln in früheren Zeiten sehr stark von den Jahreszeiten abhängig war und im späten Winter viele Menschen verhungert sind, weil nicht mehr ausreichend Nahrung vorhanden war.

So ist es besonders verständlich, wie wichtig diese ausgelassene Feier im Sommer für die Menschen war. Niemand musste sich Sorgen ums Überleben machen, niemand musste hungern. Der Göttin wurde gedankt, für all die Fruchtbarkeit, die sie dem Land schenkte.

Somit war das Mittsommerfest ein Fest der Freude und des Dankes. Und auch das Mittsommerfeuer war ein Dankes- und Freudenfeuer.

Die Frauen brauten ein starkes Bier, dem viele wichtige Johanniskräuter zugesetzt wurden, die eine besondere berauschende und aphrodisierende Wirkung hatten.

Es wurde rund um das Feuer getanzt, am besten Paarweise. Die Frauen trugen Kränze aus Gundelreben am Kopf und Gürtel aus Beifuss um die Hüften. Im Laufe des Abends wurden die Tänze immer ekstatischer, manchmal wurde sogar nackt getanzt. Die Nacktheit galt als rituelle Nacktheit, ein heiliger Zustand, der die Verbindung zum Ursprünglichen darstellen sollte.

Die jungen Pärchen schworen sich Liebesschwüre und sprangen übers Feuer. Natürlich war bei diesem Fest wieder viel Raum für Erotik, Lust und Leidenschaft.
Am Ende des Abends wurden die Kräuter ins Feuer geworfen und man hoffte, dass damit alle Krankheiten und alles Unheil des vergangenen Jahres verschwunden seien.

Die Druiden warfen manchmal auch Bärlapp-Sporenstaub ins Feuer, das auch als Blitzpulver oder Hexenmehl bekannt war. Es verursachte immer besonders aufregende Licht- und Explosionseffekte.

Man sagt, dass zur Zeit der Sonnenwende der Vorhang zwischen den Welten besonders durchlässig sei. Es ist eine Zeit in der die Götter herab steigen auf die Erde, die Toten unterwegs sein, aber auch die Elfen auf der Erde herumziehen. Feen und Elfen soll man bei ihren Umzügen beobachten können, wenn man sich unter einen Holunderbusch legt. Man muss aber sehr aufpassen, denn gerne spielen sie einem übel mit.

Früher hat man auch Haus und Hof mit Girlanden aus Efeu, Johanniskraut, Schafgabe, Wegerich und Margaritten gegen Unheil, Geister oder Unholde aus den anderen Welten geschützt.

Spiraltänze und die symbolische Bedeutung der Spirale

Der passende Tanz zur Sommersonnenwende ist der Spiraltanz. Die Spirale zählt ebenso wie das Labyrinth zu den ältesten Symbolen der Menschheit. Die Spirale ist immer in Bewegung. In ihr gibt es keinen Stillstand. Sie dreht, sie wirbelt, sie tanzt, sie nähert und entfernt sich wieder. Alles Statische ist ihr fremd. Sie bringt versteinerte Verhältnisse in Bewegung. Sie ist Symbol der Veränderung. Vieles in der Natur ist spiralförmig strukturiert.

Die Spirale und die Natur

Überall im Universum stoßen wir auf Spiralen und Wirbel. Schnecken und Muscheln sind ebenso spiralig aufgebaut, wie Tannenzapfen oder Sonnenblumen. Ein Wasserstrudel ist spiralförmig, auch die Luft bewegt sich gerne in Spiralen, besonders gut ist das zu sehen, wenn sich ein Wirbelsturm bildet.

Die Form der Spirale finden wir bis in die kleinsten Bausteine der Natur. Denn auch die DNS ist in Form einer Doppelspirale aufgebaut.

Gehen wir in der Entstehungsgeschichte der Erde noch weiter zurück, erkennen wir dass auch alle Galaxien spiralförmig aufgebaut sind. Nach einigen Theorien setzte sich nach dem Urknall das Universum langsam in Bewegung und begann spiralförmig zu rotieren. Erst dadurch konnte sich Leben entwickeln.

Die Symbolik der Spirale

Überall wo Spiralen auftauchen bringt man sie mit Schöpfung und Entstehung der Welt in Zusammenhang. Sie symbolisieren unser Universum und dessen Entstehung. Man verbindet das Symbol der Spirale aber auch mit Vernichtung und Auflösung. Spiralen vermitteln Dynamik, Bewegung. Wo Spiralen sind da gibt es keinen Stillstand.
Weiters symbolisieren sie die Unendlichkeit.

Beschäftigen wir uns mit Spiralen, stehen sie oft für den Weg zu sich selbst oder der Weg zum Sinn des Lebens.
Der Weg der Spirale ist der Weg hinein und wieder hinaus. In der Mitte ist der Wendepunkt, die Umkehr, die Orientierung zum Neuen. Altes kann hinter uns gelassen werden, wir kehren um und bewegen uns in das Neue hinein.

Die rechtsdrehende Spirale ist Zeichen der Schöpfung, denn von einem Punkt aus verbreitet sich alles nach außen. Die linksdrehende Spirale ist Zeichen der Rückkehr zur Einheit, denn von außen führt der Weg wieder in die Mitte, ins Innere, also zu sich Selbst. Die Spirale ist daher Zeichen der inneren Umkehr des Menschen, seiner geistigen und körperlichen Erneuerung.

Spiraltänze

Bei diesen Tänzen bewegen wir uns spiralförmig zum Mittelpunkt und wieder heraus. Die Spirale kann aus Steinen gelegt werden, mit Mehl gezeichnet werden oder der Tanzleiter nimmt seine Mittänzer bei der Hand und führt sie im Tanz bis zur Mitte. In der Mitte erfolgt für jeden Tänzer ein kurzes Innehalten, dann ein bewusstes Umdrehen und wieder hinaustanzen aus der Spirale.

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Zitat

Wer sich heute freuen kann, sollte nicht bis morgen warten.
(Dt. Sprichwort)

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