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Der Apfelbaum - Malus communis

Familie der Rosengewächse, Rosaceae

 

Der Apfelbaum ist ein besonderer Baum, da er vielen on uns bereits von Kindesbeinen an sehr vertraut ist. Häufig steht ein Apfelbaum im eigenen Garten. Wir können ihn daher übers Jahr hinweg beobachten , so dass wir ihn in all seinen Erscheinungsformen sehr gut kennen.

Natürlich sind auch seine Früchte für uns von besonderer Bedeutung – schließlich ist ein Apfel ein ganz wichtiges heimisches Obst.Er schmeckt fast allen Kindern und Erwachsenen und ist auch verantwortlich dafür, dass wir im Winter mit notwendigen Vitaminen versorgt werden. Früher waren die Äpfel tatsächlich für ein gesundes Überleben im Winter von großer Bedeutung. Sie wurden eingelagert, oder zu Mus und Most verarbeitet. Die Heilwirkung des Apfels ist heute kaum mehr bekannt und dennoch ist vielen von uns das englische Sprichwort „An apple a day, keeps the doctor away“ geläufig – was eindeutig beinhaltet, dass der Apfel für unsere Gesundheit von sehr großer Bedeutung ist.

Märchen und Mythen

Der Apfel galt in allen euroasiatischen Kulturen als wichtiges Symbol des Lebens. Er tritt in unzähligen Sagen, Geschichten und Mythen auf. Immer wieder wird er in Zusammenhang mit den Themen der Liebe, Fruchtbarkeit, Weiblichkeit, Weisheit, Erkenntnis, aber auch mit der Jugend gebracht. Lange bevor er durch die katholische Kirche für die Sünde stand, war der Apfel Symbol der Vollendung, der Weisheit und der Unsterblichkeit.

Der Apfel war auch wichtiger Begleiter der dreigestaltigen Göttin. Aufgrund seines runden Erscheinungsbildes galt er als Sinnbild für die Vollkommenheit. Die Göttin wies, mit einem Apfel in der Hand, den Menschen den Weg zu ihrer persönlichen Vollkommenheit.

In anderen Geschichten wird von wunderschönen Bäumen berichtet. Von Paradiesbäumen, die goldene Äpfel tragen. Diese Äpfel gelten als Lebensäpfel. Wenn man sie isst, bringt das das ewige Leben. Doch vorher musste der Held, der auszog um den goldenen Apfel zu pflücken, viele Hindernisse überstehen und schreckliche Abenteuer bewältigen. So stand der Apfel auch als Hindernis für den Menschen auf dem Weg zu sich selbst. Man könnte dies aber auch einen verschlüsselten Einweihungsprozess sehen. Manchmal ist es aber auch die Göttin selbst, die den Menschen dann über den Apfel zur Vollkommenheit führt.

In der keltischen Mythologie kennt man „Avalon“ – das Apfelland. Es handelt sich dabei um die keltische Bezeichnung der Anderswelt. Das Land , in dem man den Elfen, Feen, Ahnen und Götter begegnen kann. Die Anderswelt steht letztendlich für eine Welt, die wir durch veränderte Bewusstseinzustände (Trancen) erreichen. Diese Welt ist aber nicht abschreckend, trostlos, oder ähnlich einer Hölle, es ist vielmehr ein Paradies oder Schlaraffenland.

Bei uns ist wohl das Märchen der Frau Holle das berühmteste Märchen, in dem ein Apfelbaum eine Rolle spielt. Das Mädchen trifft auf seinem Weg in die Unterwelt (Anderswelt) auf einen sprechenden Apfelbaum, der es bittet, die reifen Äpfel zu ernten. Das brave Mädchen schüttelt daraufhin den Baum so kräftig, dass kein einziger Apfel mehr am Baum hängt. In weiterer Folge wird es dafür königlich belohnt. Wieder hat der Apfelbaum direkten Bezug zur Anderswelt und weist dem Menschen den Weg

Es wird auch erzählt, dass der Apfelbaum der Lieblingsbaum der Einhörner ist. Gerne halten sie sich unter ihm auf. Im Frühling, wenn der Baum blüht, halten sich Elfen und Feen besonders gerne in seiner Nähe auf. Wieder ein beweis dafür, dass uns der Apfelbaum in die Anderswelt begleitet.

Nach dem Untergang der matriachalen Kulturen wurde der Apfel dann zum Symbol für die Sünde und des Verderbens. Der Sündefall von Adam und Eva begann mit dem Verzehr eines Apfels. Es ist natürlich zu vermuten, dass das Christentum mit der ursprünglichen Symbolik des Apfels große Probleme hatte, da der Apfel ja für Fruchtbarkeit, Weiblichkeit und auch für Sinnlichkeit stand. Nicht gerade christliche Werte.

Eigenschaften und Wirkung

•  verdauungsfördernd und stopfend – je nach Zubereitungsart
•  beruhigend
•  nervenstärkend
•  fiebersenkend
•  leicht harntreibend
•  appetitanregend •  Abwehrkräfte stärkend

Heilzwecke

•  Magen – und Darmerkrankungen
•  Beruhigung
•  Husten
•  Fieber

Vorkommen

Apfelbäume kommen in ganz Europa vor. Bevorzugt werden sie in Gärten angebaut. Es gibt aber auch viele wild wachsende Apfelbäume, oder große, alte Apfelbäume rund um Bauernhöfe.

Sammeltipps

Die Blüten des Apfelbaums werden im Mai gesammelt. Die Äpfel sind meistens erst im Herbst reif. Allerdings gibt es so viele verschiedene Apfelsorten, dass der Erntezeitraum relativ groß ist.

Inhaltsstoffe

•  Viel Vitamin C

•  Pektin – ein Ballaststoff mit verdauungsfördernder Wirkung, der sowohl bei Durchfall wirkt, als auch um den Cholesterinspiegel zu senken

•  Kalium – wichtig für Nerven und Muskulatur

•  Polyphenole – senken das Krebsrisiko

•  Organische Säuren

•  Enzyme

Rezepte zur Heilanwendung

Apfelschalentee

Von ungespritzten Äpfeln kann man sehr gut die Schale als Tee verwenden. Dazu schält man den Apfel ganz dünn und trocknet die Schalenstücke - man kann den Tee auch mit frischen Schalen machen.

Dieser Tee erfrischt, schmeckt Kindern meist sehr gut und beruhigt, wenn er zusätzlich mit Honig gesüßt ist, die Nerven ganz wunderbar. Er wirkt auch noch leicht anregend auf Niere und Blase und fiebersenkend.

Zusammen mit getrockneten Holunderbeeren und Hagebutten erhält man einen wohlschmeckenden, stärkenden Früchtetee.

Apfelsirup

Zerkleinerte Äpfel zu gleichen Teilen mit Wasser vermengen – kurz aufkochen und abseihen. Dann im gleichen Gewichtsanteil Zucker dazugeben und solange kochen lassen, bis ein dickflüssiger Sirup entstanden ist. Dieser Sirup hilft Kindern, wenn sie Husten und Fieber haben und sollte daher in keiner natürlichen Hausapotheke fehlen.

Gedämpfte Äpfel

Apfelstücke kurz in Wasser dämpfen, bis ein einfaches Kompott entstanden ist, eventuell mit Nelken und etwas Honig abschmecken. Dieses Kompott ist eine sehr gute Schonkost bei Magen und Darmerkrankungen und leichtem Fieber.

Geraspelte Äpfel

Eine wirklich gute Hilfe bei Durchfällen ist eine Kur mit frisch geraspelten Äpfeln. Dazu werden morgens, mittags und abends jeweils 2 rohe Äpfel fein geraspelt und langsam gegessen. Man sollte den ganzen Apfel, mit Kerngehäuse und Schale raspeln.

Getrocknete Apfelringe

Eine Tätigkeit, die meine Kinder immer in den letzten Ferienwochen beschäftigt, ist die Herstellung von getrockneten Apfelringen. Wir haben zwei wunderbare Äpfelbäume im Garten und deshalb so viele Äpfel, dass wir uns irgendetwas überlegen mussten, wie wir diese Äpfel verarbeiten können. Deshalb wird jetzt jedes Jahr im Herbst fleißig gedörrt. Äpfel in kleine, dünne, Ringe schneiden und entweder im Dörrautomaten, im Ofen, oder an einem Faden aufgehängt trocknen. Damit sie nicht braun werden, vor dem Trocknen in Zitronenwasser legen.

Der Apfelbaum blühte im April

Rezepte für die Küche

Apfelschlangerl

300g Weizenmehl
250 g Butter
2 Dotter
1 Prise Salz
1 KL Zitronensaft
1 EL Wein oder Most od. Rum od. Essig
1-2 EL Rahm oder Buttermilch od. Milch

Aus den Zutaten einen Mürbteig zubereiten und diesen etwas kühl stellen. Währenddessen ½ kg Äpfel schälen und in kleine stücke schneiden. Die Äpfel zuckern. Etwas Zimt dazugeben und wenn man möchte auch Rosinen. Dann den Mürbteig auswalken, die Äpfel draufgeben und wieder einrollen. Die Rolle mit einem Eidotter oder etwas Schlagobers bestreichen. Das werden herrlich, mürbe Apfelschlangerl – hmmm lecker- ich werde gleich ein paar backen, denn mir läuft das Wasser im mund zusammen.

Rohe Apfelcreme

30 dag Topfen
1 Becher Rahm
10 El Zucker
2 kg Äpfel
Vanillezucker und Zimt

Topfen, Rahm und Zucker zu einer Creme rühren. Die Äpfel ganz fein raspeln und unter die Creme heben.

Kraftcreme – ohne Zucker

25 dag Magertopfen
1 Becher Joghurt
1 Becher Schlagobers
10 Datteln – über Nacht eingeweicht
½ kg Äpfel
1 Banane

Die eingeweichten Datteln in das Joghurt geben und mit dem Stabmixer zu einem Brei mixen. Den topfen dazugeben. Das Schlagobers aufschlagen und unter die Creme heben. Die Äpfel und die Banane ganz fein reiben und unter die Creme heben – herrlich, das ist wirklich sehr gesund und schmeckt den Kindern. Im Winter würde ich die Banane aber weglassen, denn bereits der Topfen kühlt den Körper und zuviel Kühlendes ist in der kalten Jahreszeit nicht erwünscht.

Apfelmarmelade

1 kg Äpfel
1 kg Gelierzucker
Zimt
Vanillezucker
2 ungespritzte Zitronen

Die Äpfel ganz fein raspeln und mit dem Zucker aufkochen, mit Zimt und Vanillezucker abschmecken, Saft und Schale von den zwei ungespritzten Zitronen dazugeben. Die Marmelade 10 Minuten köcheln lassen und dann in Gläser abfüllen.

Bitte beachten - die Heilrezepte sind ohne Gewähr - vor der Anwendung ist immer ein ARZT zu kontaktieren !

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Zitat

Wer sich heute freuen kann, sollte nicht bis morgen warten.
(Dt. Sprichwort)

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