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Der Bärlapp (Lycopodium clavatum)

Lycopodiaceae , Familie der Bärlappgewächse

Der Bärlapp zählt zu den wahren Hexenkräutern. Denn sein feiner Blütenstaub wurde in schamanischen Kulturen schon immer als Hexenstaub verwendet, der zu Ritualen ins Feuer geworfen wurde und dort seine pyrotechnischen Effekte (Knallen, Explosionen, starke Rauchentwicklung) entfalten konnte. Der Bärlapp ist bereits seit dem Mittelalter eine geschätzte Heilpflanze. Heute ist er fast in Vergessenheit geraten und findet eher in der Homöopathie seine Anwendung.

 

Geschichten und Mythen

Der Bärlapp wurde seit frühester Zeit als sehr wirkungsvolle, Zauber abwehrende Pflanze betrachtet. Er wurde beispielsweise an Stalltüren genagelt, damit böse Geister abgewehrt wurden. Außerdem hat man aus ihm Kränze geflochten, die dann als „Unruhe“ über die Betten gehängt wurden. In den Betträumen war ständiger Luftzug – stand der Bärlappkranz trotzdem still, dachte man, dass ein Unhold den Raum betreten hat. Auch die Hirten verwendeten bei ihren Streifzügen den Bärlapp. Sie legten sich die Pflanze in den Hut und waren dadurch gegen bösen Zauber geschützt. Der Bärlapp galt als sehr mächtige Schutzpflanze.

Eigenschaften und Wirkung

  • fiebersenkend
  • harntreibend
  • wundheilend
  • abführend
  • schmerzlindernd
  • kühlend

Heilzwecke

Äußerlich:

  • Gegen viele Hautkrankheiten – das Bärlappmehl kann auch schwerste Verletzungen in kurzer Zeit heilen
  • Zum Reinigen von Verletzungen
  • Wadenkrämpfe

 

Innerlich

  • Gegen alle Erkrankungen des Harnapparates
  • Gicht und Rheuma
  • Stuhlverstopfung und Hämorrhoiden
  • Leberleiden – Maria Treben schreibt, dass ein Mann der an Leberzirrhose im letzten Stadium litt, Bärlapptee trank und nach kurzer Zeit seine starken Atembeschwerden, die mit der Lebererkrankung einhergehen, fast vollständig verlor.
  • Leberkrebs, Leberzirrhose

 

Vorkommen

Der Bärlapp wächst in trockenen Nadelwäldern, vor allem in nordseitigen Waldstücken, oder am Waldrand. Er kommt eher in höheren Lagen, etwa ab 800 Metern Seehöhe vor.

Sammeltipps

Das ganze Kraut kann von Mai bis September geerntet werden. Der feine Sporenstaub wird im August und September geerntet.

Zur Gewinnung der Sporen sammelt man die Fruchtähren. Diese lässt man vorerst an der Sonne trocknen. Dann werden sie auf einer Unterlage ausgeklopft, wobei die Sporen herausfallen. Diese Sporen sind das bekannte Hexenmehl, das zur Wundheilung, aber auch für Effekte beim verbrennen benutzt werden.

Achtung: Naturschutz

In Deutschland und in Österreich steht der Bärlapp unter strengem Naturschutz. Außerdem kann der Bärlapp sehr leicht mit anderen, zum Teil extrem giftigen Gewächsen verwechselt werden. Der Bärlapp-Bedarf sollte also lieber in einer Apotheke oder Kräuterhandlung abgedeckt werden.

Inhaltsstoffe

  • Lycopodin
  • Clavatin
  • Clavotoxin
  • fettes Öl, Glycerin
  • organische Säuren, Palmitin

 

Rezepte zur Heilanwendung

Bärlapptee

1 Teelöffel getrockneten Bärlapp mit ¼ Liter kochendem Wasser überbrühen (Achtung: den Bärlapp nie kochen lassen) und kurz ziehen lassen. Nicht mehr als 1 Tasse täglich trinken. Am besten morgens auf nüchternen Magen

Tee gegen Stuhlverstopfung

Aus gleichen Teilen Bärlapp, Faulbaumrinde, Löwenzahnwurzel, Schlehenblüten einen Tee zubereiten. Dieser hilft wunderbar gegen Stuhlverstopfung und reinigt zusätzlich das Blut.

Bitte beachten - diese Rezepte sind ohne Gewähr - vor der Anwendung ist immer ein ARZT zu kontaktieren !

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Zitat

Wer sich heute freuen kann, sollte nicht bis morgen warten.
(Dt. Sprichwort)

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