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Der Beinwell (Symphytum officinale)

Familieder Rauhblattgewächse – Boraginaceae

Der Beinwell trägt seinen Namen wohl daher, da man schon immer wusste, dass er „gut für die Beine“ ist. Beinwell musste früher sogar Knochen „zusammenwallen“. In Zeiten, in denen es für einen Knochenbruch noch keinen Gips gab, war er das Mittel der Wahl, um Knochen wieder zusammen wachsen zu lassen und zu heilen. Der Beinwell ist eine ganz alte und hochgeschätzte Heilpflanze.

 

 

Der Beiname „officinalis“ bedeutet sogar, dass er eine der Heilpflanzen war, die bereits im „Officin“, dem Arbeitsraum der alten Apotheker, verwendet wurde. Eine gute Beinwellsalbe sollte auch heute in keiner Hausapotheke fehlen, da sie wirklich ein sehr gutes Heilmittel für viele Verletzungen am Bewegungsapparat ist. Leider wurde der Verkauf von Beinwellpräparaten verboten, weil die enthaltenen Pyrrolizidalkaloide in hoher Menge und als Einzelsubstanz krebserregend wirken können.

Darum muss man sich eine Salbe aus Beinwell selbst herstellen. Mittlerweile gibt es zwar im Handel Salben aus „Kultubeinwell“, der die verbotene Substanz nicht mehr enthält. Gerade vor kurzem hat mir ein Apotheker diese Salbe angepriesen. Für eine echte Kräuterhexe kommt solch eine Salbe natürlich nicht in Frage, denn wir wissen ja, dass nur die Pflanze als Ganze die besondere Heilkraft entwickelt. Wir sehen die heilenden Inhaltsstoffe nicht als einzelne Stoffe, die vielleicht etwas bewirken können. Nein, wir sehen die Pflanze als Ganzes, wir wissen auch, dass ein Pflanzengeist in ihr wohnt, den wir kontaktieren können und um verstärkte Heilkraft bitten können.

Nein , ich halte nichts von Pflanzen, die von Züchtern verändert werden, ich bevorzuge Pflanzen, wie Gott sie geschaffen hat und Pflanzen, die ich selbst gesammelt habe, weil sie eben von mir gesammelt werden wollten.

Dazu noch ein kleiner Sammeltipp für alle Pflanzen

Bevor ich eine Pflanze pflücke, oder deren Wurzel ausgrabe „frage“ ich sie, ob sie damit denn auch einverstanden ist. Dies hat viel mit Achtsamkeit zu tun, der feinstofflichen Welt gegenüber.

Eigenschaften und Wirkung

durchblutungsfördernd
baut Wundsekret ab
fördert die Wundheilung
regeneriert das Gewebe
hemmt bösartiges Zellwachstum
entzündungshemmend
erweichend
kühlend
lindernd
schmerzstillend

Heilzwecke

Wird bei allen Erkrankungen der Knochen verwendet

Verletzungen der Knochenhaut und des Knochengewebes
Wunden
Geschwüre
Arthrose und Arthritis
Verstauchungen, Verrenkungen
Gelenksschmerzen
Verletzungen der Sehnen und Bänder
Verhärtete und schlecht heilende Narben - Narbenschmerzen

Vorkommen

Den Beinwell findet man auf feuchten wiesen und Wegrändern, im Gebüsch und in Gräben.

Sammeltipps

Vom Beinwell werden sowohl die Blätter, als auch die wurzeln verwendet. Wobei die Blätter am besten während der Blütezeit von Mai bis August gesammelt werden, am besten bei zunehmenden Mond. Man kann sie zu Bündeln gebunden verkehrt aufhängen und an einem luftigen, dunklen Raum trocknen lassen. Die Wurzeln werden am besten im herbst oder im Frühjahr gesammelt.

Inhaltsstoffe

Allantoin – fördert die Bildung von neuen Körperzellen und die Kallusbildung bei Knochenbrüchen. Es hilft auch dabei, wenn die Bildung der Körperzellen „aus den Fugen“ geraden ist, wie es bei der Schuppenflechte oder bei Krebserkrankungen.
Schleimstoffe – sind vor allem in der Wurzel vorhanden, sie unterstützen die Wundheilung und kühlen und beruhigen das Gewebe
Gerbstoffe – unterstützen die heilende Wirkung
Chlorophyll – die Blätter des Beinwells enthalten besonders viel grünen Blattfarbstoff. Erst vor kurzem konnte man nachweisen, dass diese Farbstoffe das Wachstum von Leberkrebstumoren hemmen können.
Cholin – ist ein B- Vitamin und erweitert die Blutgefäße . Im Zusammenspiel mit dem Allantoin bewirkt es die beeindruckende Heilwirkung bei Wunden.

Rezepte zur Heilanwendung

Beinwellöl

Zur Herstellung eines Beinwellölauszuges werden die Wurzeln klein geschnitten und zu einem Drittel in ein dunkles Glas gefüllt. Mit gutem Pflanzenöl, ich verwende am liebsten Olivenöl, das Glas auffüllen. Diese Mischung für einige Wochen an der sonne stehen lassen.

Wer nicht soviel Zeit hat, kann das Glas auch im Wasserbad erhitzen, etwa eine Viertelstunde köcheln lassen, dann wieder herausnehmen und gut verschließen. Dieses Öl lässt man dann noch 3-5 tage stehe, kann es dann aber sofort weiterverwenden.

Beinwellsalbe

50 Gramm Beinwellöl
4 - 5 Gramm Bienenwachs

Stelle ein Glasgefäß mit beiden Zutaten ins Wasserbad und erhitze ganz langsam, bis sich das Bienenwachs gelöst hat. Zur Probe kann man eine kleine Menge auf einem Teller abkühlen lassen und die Konsistenz der Salbe prüfen. Diese Salbe wird noch flüssig in ein Gefäß abgefüllt und kann nach dem Auskühlen bereits verwendet werden.

Beinwellcreme

Etwas feiner in der Verwendung ist die beinwellcreme. Allerdings ist sie auch in der Herstellung wesentlich aufwendiger.

Zur Herstellung eines Creme verwendet man immer eine Ölphase, eine Wasserphase, einen Konsistenzgeber und einen Emulgator, um die flüssige und die feste Phase miteinander zu verbinden.

Für die Beinwellsalbe benötigen wir:

12 g Beinwellöl
3 g Emulgator (ich verwende Tegomuls)
6 g festes Fett (Sheabutter, Kakobutte)

Wasserphase

25-30 g Abkochung aus Beinwellblättern

Um die Salbe haltbar zu machen, kann man wenige Tropfen Weingeist dazumengen, oder ätherische Öle nach Wahl. Die Rohstoffe der Fettphase werden erwärmt, bis sich alle Bestandteile aufgelöst haben. Parallel die Wasserphase erwärmen.

Achtung : beide Phasen sollten auf gar keinen Fall kochen!

Die Wasserphase wird dann ganz langsam, unter ständigem Rühren, in die Fettphase gegeben. Solange weiter rühren, bis die Salbe fertig ist. Zum Schluss können die ätherischen Öle oder der Weingeist untergerührt werden.

Beinwellumschlag

Aus getrockneter und pulverisierter Beinwellwurzel kann unter Zugabe von heißem Wasser ein Brei hergestellt werden, der bei Blutergüssen, Knochen- und Gelenksschmerzen wunderbar heilsam wirken kann.

2-4 Esslöffel getrocknete und pulverisierte Beinwellwurzel mit heißem Wasser übergießen, bis ein Brei entsteht. Diesen Brei auf ein Mulltuch geben und auf die erkrankte Stelle legen.

Rezepte für die Küche

Beinwellsuppe

1-2 Handvoll frische Beinwellblätter

1-2 handvoll frische Brennesselblätter

1 Zwiebel

etwas Butter

Haferflocken

Salz, Pfeffer

Die klein geschnittene Zwiebel in der Butter andünsten. Haferflocken zugeben, kurz anrösten und mit Gemüsesuppe aufgießen. Etwas köcheln lassen, bevor die klein geschnittenen Blätter dazugegeben werden. Ganz kurz noch weiter kochen und dann die Suppe fein pürieren. Mit Salz, Pfeffer, und Schlagobers oder Sauerrahm verfeinern

 

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Buchtipps

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Zitat

Wer sich heute freuen kann, sollte nicht bis morgen warten.
(Dt. Sprichwort)

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