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Die Fichte - Picea Alba
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Familie der Kieferngewächse, Pinaceae
Die Fichte gehört wie kaum ein anderer Baum zum alltäglichen Landschaftsbild in Österreich. Kaum wird der Fichte besondere Bedeutung zugeschrieben. Häufig erfahren wir durch Fichten erstmalig, was Ökologie bedeutet. An ihr „sehen“ wir das Waldsterben direkt vor Augen. Wie negativ sich eine Monokultur auswirken kann, merken wir häufig erst dann, wenn ganze Fichtenwaldstriche nur durch einen Sturm vernichtet werden. |
Mitten im Wald erscheinen uns Fichten eher unauffällig und unattraktiv.Ihre ganze Schönheit und Baumpersönlichkeit wird uns erst bewusst, wenn wir auf eine große, freistehende Fichte treffen. Dann können wir sehen, was für ein besonderer Baum die Fichte eigentlich ist und wir können vielleicht sogar erahnen, warum die Fichte von unseren Ahnen als ganz besonderer Schutzbaum verehrt wurde.
Geschichten und Mythen
Von der Fichte dachte man, dass ein weiblicher, sehr mütterlicher und schützender Baumgeist in ihr wohnt. Sie galt daher als Mutter- und Lebensbaum und auch als Symbol der weiblichen Kraft. Außerdem war die Fichte, nach Glauben unserer ahnen, in der Lage, dem Menschen Krankheiten abzunehmen.
So lautete die Anweisung für gichtkranke Menschen:
Der Kranke soll sich vor Tagesanbruch im Wald einfinden und dort drei Tropfen seines Blutes im Spalte einer jungen Fichte versenken. Nachdem er die Öffnung mit Wachs und Honig verschlossen hat, soll er rufen: „Guten Morgen Frau Fichte, da bring ich Dir die Gichte “
Eigenschaften und Wirkungsweise
Nadeln (vor allem ätherisches Öl)
- schleimlösend
- hustenlösend
- durchblutungsfördernd
- antibakteriell
Harz
- wundheilend
- desinfizierend
Heilzwecke
Nadeln
- Rheuma, Gicht
- Muskelkater
- Rückenschmerzen
- Müdigkeit
- Husten, Grippe, Erkältung
Harz
- Wunden
- Zugsalbe
Sammeltipps
Die Nadeln und Triebspitzen, die man für die Herstellung eines Hustensaftes oder eines Tees verwendet, werden am besten im Frühling gesammelt. Bei Bedarf können Nadelnaber auch zu einem späteren Zeitpunkt im Jahr gesammelt werden.
Fichtenharz findet man das ganze Jahr über. Auf jedem Fall sollte man beim Ernten von Fichtenharz aufpassen, dass man nur soviel Harz nimmt, das der Baum nicht zusätzlich verletzt wird – Bitte auch immer den Baum fragen, ob er einverstanden ist.
Inhaltsstoffe
- ätherisches Öl
- Terpentinöl
- Harz
- Glykosid Picein
- Gerbstoff
- Vitamin C
Die Fichte als Räuchermittel
Von der Fichte werden sowohl die Nadeln als auch das Harz verräuchert. Lange bevor die edlen Harze nach Europa kamen, gehörte das Fichtenharz zu den bevorzugten Räucherharzen. Ich finde, dass wir gerade durch das Sammeln und Verräuchern von Fichtenharz wieder einen ganz anderen Bezug zum Räuchern bekommen. Ein Spaziergang durch den Wald, mit dem Ziel Fichtenharz zu sammeln, kann zu einem ganz besonderen Erlebnis werden. Ich liebe diese Sammelwanderungen und ich liebe die Kraft, die von der mütterlichen Fichte ausgeht. Sie verbindet wirklich mit dem Weiblichen und schenkt uns auf ihre höchstpersönliche Weise jede menge Liebe. Es gibt zwei arten von Fichtenharz – die kleinen Harztropfen, die vom Baum ausgeschwitzt werden und das Harz, das Baumwunden verschließt. Hier wird auch die Signaturenlehre wieder aktiv. Ein Stoff, der Wunden eines Baumes heilen kann, kann natürlich auch körperliche UND seelische Wunden von uns Menschen heilen. Und so ist es auch der fall, dass das verräuchern von Fichte, alte (seelische) Wunden aufbrechen und heilen kann.
Wirkung beim Räuchern
- Bringt alte Wunden zum Heilen ans Licht
- Klärt den Geist
- Reinigt und schützt
- Erweitert den Brustraum
- Öffnet das Herz
- Stärkt alles Weibliche
Rezepte zur Heilanwendung
Fichtennadelntee
Aus den jungen Fichtentriebspitzen , oder auch aus den schon älteren Nadeln, kann man einen Tee kochen, der besonders gut bei Erkrankungen der Atemwege hilft. Einfach 1 Teelöffel Fichtennadeln in 250 ml Wasser geben und 10-15 Minuten köcheln lassen. Den Tee mit Honig süßen, dann ist er besonders wirkungsvoll.
Der Fichtennadel-Tee hilft aufgrund seines hohen Vitamin-C-Gehaltes auch gegen Frühjahrsmüdigkeit und andere Vitamin C Mangelerscheinungen.
Wipfelsirup
5 Handvoll frische Fichtenwipferl (im Frühling geerntet) mit 1 Liter Wasser aufkochen und etwa 10 Minuten köcheln lassen. Dann die Wipfer abgießen, 1 Kilo Zucker dazugeben und auf Sirupdichte einkochen.
Fichtennadeldampfbad
Ein Dampfbad aus Fichtennadelnaufguss hilft ganz wunderbar bei Stirn- und Nebenhöhlenentzündungen.
Fichtennadeln Körperöl
Frische, jungen Fichtennadeln in ein Glas füllen und mit Mandelöl übergießen, so dass alle Pflanzenteile bedeckt sind. Dieses Glas verschlossen etwa drei Wochen lang stehen lassen. Danach abgießen und nach Lust und Laune noch mit 10-20 Tropfen ätherischem Fichtenöl verfeinern.
Fichtennadelerkältungsbad
Mischt man von diesem Öl 3 Esslöffel mit einem Viertelliter Schlagobers, erhält man ein wunderbares Erkältungscremebad.
Bitte beachten - die Heilrezepte sind ohne Gewähr - vor der Anwendung ist immer ein ARZT zu kontaktieren !
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