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Der Fingerhut (Digitalis purpurea)

Familie der Rachenblütler - Scrophulariaceae

Der rote Fingerhut ist wohl eine der stärksten heimischen Giftpflanzen. Schon sehr geringe Mengen können tödlich sein. Darum muss ich beim Fingerhut gleich zu Beginn ausdrücklich warnen. Er darf niemals selbst gesammelt und anwendet werden. Ich empfehle, den Fingerhut in der Natur mit höchstem Respekt aufzusuchen und ihm entgegenzutreten.

 

Es ist ein Wunder der Natur, dass es überhaupt so wirkungskräftige Pflanzen gibt. Nachzudenken darüber, dass bereits 2 Blätter dieser Pflanze für den Menschen tödlich sein können, stimmt mich allgemein nachdenklich. Was alles bringt unsere wunderbare Natur hervor und wie achtlos gehen wir manchmal damit um. So wunderschön, wie der rote Fingerhut aussieht, so gefährlich kann er auch sein.

Geschichten und Mythen

In verschiedenen englischen und irischen Sagen wird erzählt, dass der Fingerhut die Kopfbedeckung der Feen und Elfen ist. Es sollte auch böse Feen gegeben haben, die den Füchsen Fingerhutblüten auf die Pfoten gegeben haben, damit diese lautlos ihr Unwesen in den Hühnerställen treiben konnten.

Bereits ab dem 5 Jahrhundert ist der Rote Fingerhut in Irland bekannt. Er wurde damals als "Frairie`s Herb" bezeichnet und wurde verwendet, um "verhexte" Kinder zu heilen, was oft tödlich endete. Das Wissen über die Heilwirkung wurde dann von irischen Mönchen über Schottland und England in ganz Mitteleuropa verbreitet. Weiters ist aus dem 5. Jahrhundert eine Rezeptsammlung bekannt, in der beschrieben wurde, dass der Fingerhut bei Geschwülsten des Unterleibs, bei Geschwüren, Kopfschmerzen, Abszessen und Lähmungen empfohlen wird. Später fand der englische Arzt William Withering heraus, dass der Fingerhut sehr gut bei Herzschwäche helfen kann. Die moderne Digitalistherapie geht auf ihn zurück, denn 1786 gab er in einem Bericht bekannt, wie erfolgreich die Wassersucht, im Zusammenhang mit Herzschwäche durch Digitalis behandelt werden kann.

Eigenschaften und Wirkung

In der Volksmedizin ist der Fingerhut vor allem gegen Herzschwäche eingesetzt worden. Der Wirkstoff Digitoxin steigert die Leistungsfähigkeit des Herzens. Das Herz schlägt dann wieder langsamer und bekommt gleichzeitig eine erhöhte Pumpleistung.

Vorkommen

In ganz Europa und Asien. Der rote Fingerhut wächst vor allem auf Kahlschlägen, auf steinigen Waldhängen und auf kalkarmen Böden. Auf Waldlichtungen kommt er zum Teil massenhaft vor. Der Fingerhut hat sich unter anderem auch deswegen so stark ausbreiten können, da er eine beliebte Gartenpflanze wurde. Gerade Gärtner und Garten freunde sollten beachten, dass in Gärten, wo Kleinkinder wohnen, keine hochgiftigen Pflanzen gesetzt werden sollten.

Sammeltipps und Verwendung

Da die Pflanze hochgiftig ist, rate ich von jeglicher Sammel- und Verwendungsform ab.

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Zitat

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(Dt. Sprichwort)

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