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Der Holunder Der Baum der Göttin Holla (Sambucus nigra)
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Familie der Geissblattgewächse - CaprifoliaceaeDer Holunder galt schon jeher als heiliger Baum. Er schütze Haus und Hof und war so heilkräftig, dass er auch als „Unseres lieben Hergott`s Apotheke“ bezeichnet wurde. Es wurde erzählt, dass man gesund wird, wenn man nur in seinem Schatten einschläft. Schon die Bauern wussten, dass man vorm Holunder den Hut ziehen sollte. |
Für sie war der Holunder heilig, wie kein anderer Baum. Im späten Frühling blüht der Holunder wunderschön. Die Wälder ziehen ihr Hochzeitskleid an. Der Holunder blüht mit seinen weißen, herrlich duftenden Blütenständen an allen Waldrändern. Seinem Zauber kann man sich kaum entziehen und auch Menschen mit wenigen Kenntnissen über Heilkräuter kennen den wohlschmeckenden Sirup und den Holundersekt, die aus den Holunderblüten hergestellt werden.
Besonders schön ist es auch, wenn ich gemeinsam mit meinen Kindern Holunderblüten sammeln gehe. Sie lieben den Holundersaft, den wir gemeinsam herstellen und sie hören auch gerne zu, wenn ich ihnen bei der Wanderung zur Pflanze die alten Mythen und Märchen vom Holunderbaum erzähle.
Geschichten und Mythen
Der Name des Holunders geht auf die germanische Muttergottheit der Holda zurück. Sie war es, die das Leben der Pflanzen und Tiere beschützte und sogar die Menschen von Krankheiten heilen konnte. Als schützender Hausgeist wohnt sie im Holunder und ihr zu Ehren wurden häufig Opfer gebracht.
Der Name der Göttin Holda geht auf das Wort „hold“ zurück. Die eigentliche Bedeutung ihres Namens war „Die Leuchtende, bzw. die Strahlende“. Sie war eine lichtbringende Muttergöttin, eine weise und gütige Frau, die den Menschen auf Erden gleichzeitig die Güte von Mutter Erde und das strahlende Licht des Himmels näher brachte.
Bekannt wurde die Göttin auch durch das Märchen der Frau Holle, die das fleißige Mädchen, das zu ihr in die Unterwelt kommt, mit Gold belohnt, das faule Mädchen allerdings mit Pech bestraft.
In der Vorstellung wurden Menschen, die nach den Gesetzen der Göttin lebten und den Weg des Lichtes gingen belohnt, während die schlechten und faulen Menschen bestraft wurden.
Vergessen ist auch manchmal, dass die Göttin Holla eine mächtige Göttin der oberen und der unteren Welt war, die das Schicksal der Menschen mitbestimmte. In der Tradition unserer Vorfahren galt der Holunderbaum daher auch als Baum der Ahnen und als Schwellenbaum. Unter dem Holunderbaum wurden die Pforten zu der Anderswelt ganz leicht geöffnet.
Die Menschen konnten in Kontakt mit ihren Ahnen treten oder die Wesen aus der unteren Welt besuchen.
Man sagte auch, dass beim Holunderbaum die Erdwesen, wie Zwerge und Gnome ein und ausgehen können, weshalb man bei einem Schläfchen unter dem Holunderbaum sehr häufig von Zwerglein träumte.
Bräuche
- Die heidnischen Friesen begruben ihre Toten unter dem Holunderbaum, der beim Haus stand
- Verstorbene wurden auf Holunderreisig gebettet
- Der Sargschreiner musste den Sarg mit einer Holunderrute ausmessen
- In England trugen Leichenbestatter ein Stückchen Holunderholz bei sich, um sich vor zweifelhaften Geistern zu schützen.
- Bei der Totenwache hat die Vorbeterin Holunderblütentee getrunken, damit sie nicht auch „einschläft“
- Als Schwellenbaum neben dem Haus verbindet er uns mit den verstorbenen Ahnen
- Selbstverständlich wurde unter dem Hofholunder immer wieder ein Schälchen mit Milch , Brei oder Brot hingestellt.
- Haare, Zähne, Fingernägel wurden unter dem Holunder vergraben, damit kein Hexer sich mit den Körperteilen verbinden konnte und Schadenzauber damit anrichten konnte.
- In den nordischen Ländern wird der Holunder auch als Geburtsbaum verehrt – er hilft allen Schwangeren und Gebärenden. Die Schwangere, die die Zweige des Hofholunders berührt, sichert sich die Hilfe und die Güte der Göttin und ihrer eigenen Ahnen.
- Der Baum kann auch negative Kräfte und Krankheiten anziehen – deswegen wurde er niemals umgeschnitten, denn dabei würde er seine negativen Energie freisetzen. Das würde Pech bringen.
- Wer Holunderholz verbrennt, zu dem kommt der Teufel
Eigenschaften und Wirkung
schleimlösend
schweißtreibend
blutreinigend und blutstillend,
entzündungshemmend
harntreibend
krampflösend
pilztötend
Heilzwecke
Blüten
Erkältungen und grippale Infekte
Husten
Schnupfen
Beeren
Erkältungen
Grippe und grippale Infekte
Konzentrations- und Lernschwäche
Vorkommen
Der Holunder tritt in ganz Europa und Westasien auf. Bevorzugt wächst er an Waldrändern, gerne aber auch in der Nähe von Haus und Hof. Der Holunder wächst meist auf Böden mit einem hohen Stickstoffgehalt.
Sammeltipps
Die Blüten des Holunders werden von Mai bis Juni gesammelt. Sie müssen schnell und sorgfältig an einem schattigen Platz getrocknet werden.
Die dunklen, heilkräftigen Beeren des Holunders werden im Herbst gesammelt. Sie dürfen allerdings nie ungekocht gegessen werden, da sie im rohen Zustand leicht abführende Wirkung besitzen.
TIPP: Bevor man Teile des Holunders pflückt, sollte man immer mit dem Pflanzengeist Kontakt aufnehmen und fragen, ob es auch erwünscht ist, jetzt gerade von der Pflanze etwas zu nehmen.
Inhaltsstoffe
In den Blüten:
Flavonoide (vor allem Rutin) – schleimlösend, antibiotisch
Glykoside – regen die Schweißbildung an
Ätherische Öle
Schleimstoffe
in den Beeren :
Vitamin C
Kalium
Fluor
Karotinoide
Niazin
TIPP: aufgrund dieser wertvollen Inhaltsstoffe wirken die Holunderbeeren stärkend auf unser Immunsystem. Im Herbst empfiehlt es sich daher eine Kur aus Holunderbeerensaft zu machen.
Der Holunder als heimische Räucherpflanze
Zum Räuchern werden vor allem die getrockneten Blüten verwendet, oder das weiße Mark vom geschnittenen Holz.
Weder Blüten noch Mark verbreiten einen besonderen Duft, so dass es empfehlenswert ist, den Holunder mit anderen Pflanzen oder Harzen zu mischen. Besonders gut lässt er sich mit Wacholder und Fichtenharz gemeinsam verräuchern.
Die Wirkung beim Räuchern
Er lässt uns den richtigen Zeitpunkt erkennen.
Er hilft uns, wenn wir unsere Lebensaufgabe finden wollen.
Er schützt uns.
Er unterstützt uns, wenn wir um Heilung bitten
Er fördert den Kontakt zu den Ahnen und den Wesen aus der unteren Welt
Rezepte zur Heilanwendung
Holunderblütentee
Getrocknete Holunderblüten werden als Tee bei Grippe und grippalen Infekten verwendet. Sie treiben den Schweiß heraus, wenn der Kranke fiebert.
Bitte beachten - diese Heilrezepte sind ohne Gewähr - vor der Anwendung ist immer ein ARZT zu kontaktieren !
Rezepte für die Küche
Holunderblütensirup 1
10 – 12 Blütendolden
1,5 Liter Wasser
1 kg Zucker
2 ungespritzte Zitronen, in Scheiben geschnitten
15-25 Gramm Zitronensäure
Das Wasser aufkochen, und den Zucker darin auflösen. Die Holunderblüten in ein großes Glas geben und mit dem Zuckerwasser übergießen. Die geschnittenen Zitronen und die Zitronensäure dazugeben. Das Glas zugedeckt etwa 3 Tage stehen lassen. In dieser Zeit mehrmals umrühren. Danach den Saft abgießen und in saubere Flaschen füllen.
Holunderblütensirup 2
Die Zutaten bleiben gleich.
Holunderblüten mit dem Wasser, den Zitronen und der Zitronensäure in einen Topf geben und ganz langsam erhitzt. Kurz köcheln lassen. Den Topf über Nacht an einem kühlen Ort stehen lassen. Am nächsten Tag wird der Saft abgeseiht und mit dem Zucken noch einmal aufgekocht. So lange einkochen lassen, bis ein Sirup entsteht.
Den fertigen Sirup in Flaschen abfüllen.
Holunderküchlein
Die Dolden werden in Palatschinkenteig getaucht und in heißem Fett heraus gebacken. Mit Zimt uns Zucker bestreuen und heißes Apfelkompott dazu servieren.
Hollerblüten-Milchweckerln
Einen Germteig zubereiten aus:
4 dag Germ
¼ lauwarme Milch
8 dag Zucker
10 dag weiche Butter
abgerebelte Holunderblüten von 5 Dolden
50 dag glattes Mehl
1 Ei
eine Priese Salz
Aus den Zutaten einen Germteig zubereiten, 2 Stunden rasten lassen und dann kleine Weckerln formen. Die Weckerl mit einer Mischung aus Milch und Staubzucker bestreichen und mit Hagelzucker bestreuen.
Holunderessig
Frisch gepflückte Holunderblüten in eine Flasche geben und mit gutem Weinessig übergießen. Etwa 14 Tage lang in die Sonne stellen, danach abseihen und in Flaschen abfüllen
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