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Der Waldmeister (Galium odoratum )
Familie der Rötegewächse – Rubiaceae
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Einigen von uns ist vielleicht der typische Duft einer Waldmeisterlimonade oder der eigene Geschmack der Waldmeisterbowle noch bekannt, die meisten Menschen kennen dieses wunderbare Kräutlein aber nicht mehr. Waldmeister wurde aber in der Volksheilkunde sehr geschätzt. Man gab ihm sogar ganz wunderbare Beinamen, wie Herzfreude oder Waldmutterkraut. |
Schriftlich erwähnt wurde die Heilkraft des Waldmeisters bereits im 9 Jahrhundert und Kräuterliebhaber schätzen die kleine Pflanze und die wunderbare Maibowle, die man aus ihr machen kann, bis heute.
Das Besondere am Waldmeister ist wohl sein betörender Duft, der erst verströmt wird, wenn die Pflanze zu welken beginnt.
Natürlich kennen wir auch die Waldmeisterbowle , in der die Pflanze ihre leicht halluzinogene, euphorisierende und aphrodisierende Wirkung verbreitet, und daher als echte Hexenpflanze angesehen werden kann.
Geschichte und Mythen
Der Waldmeister gehörte zu den Pflanzen, die man unter dem Begriff „Maria Bettstroh“ zusammenfasst. Es handelt sich dabei um Pflanzen, die in der vorchristlichen Zeit Gebärenden und Frauen im Wochenbett unter ihre Kissen und Matratzen gestopft wurden, als Hilfestellung in dieser manchmal sehr schweren Zeit .
Der Waldmeister sollte helfen, die Geburten zu erleichtern und schenkte den Frauen einen guten Schlaf. Man sagte auch, dass der liebliche Duft der Pflanze das Herz von Mutter und Kind stärken kann.
Eigenschaften und Wirkung
beruhigend
krampflösend
herzstärkend
schweißtreibend
blutreinigend
gefäßstärkend
Heilzwecke
Herzschwäche
Kopfschmerzen
Nervöse Schlaflosigkeit
Nervöse Unruhe
Nervenschmerzen
Vorkommen
Der Waldmeister wächst meist in lichten Laubwäldern oder auch in Mischwäldern Er bevorzugt schattige Lagen und nährstoffreiche Böden. Gerne tritt er in großen Familien auf
Sammeltipps
Das Kraut wird im Mai und Juni gesammelt. Für die Bowle sollte es noch vor der Blütezeit geerntet werden, für Heilanwendungen danach.
Inhaltsstoffe
Cumaringlykosid
Gerbstoffe
Bitterstoffe
Apfelsäure
Vorsicht – durch den Cumaringehalt kann es bei Überdosierung des Waldmeisters zu Kopfweh und Schwindelgefühlen kommen. Auch in der Schwangerschaft sollte er nicht verwendet werden, da er innerliche Blutungen fördern kann. Als Rauschmittel wirkt es in kleiner Dosierung anregend wirkt er berauschend manchmal halluzinogen
Rezepte zur Heilanwendung
Waldmeistertee
Aus dem getrockneten Kraut kann man einen wundervollen Tee gegen Kopfschmerzen, Migräne, Schlaflosigkeit und Nervosität machen. Gerne wird das Kraut allerdings mit anderen Pflanzen gemischt.
Migränetee (nach Susanne Fischer Rizzi)
30 g Waldmeisterkraut
30g Schlüsselblumenblüte
20 g Thymiankraut
10 g Lavendelblüten
Rezepte für die Küche
Waldmeisterbowle
Ein Strauß Waldmeister
1 Flasche Weißwein
1 Flasche Sekt
Zucker nach GeschmackDie angewelkten Pflanzen in ein Bowlegefäß geben und mit Weißwein übergießen. 2-3 Stunden stehen lassen. Danach 2-4 Esslöffel Zucker in wenig Wasser aufkochen und zu dem Waldmeisterwein dazugeben. Vor dem Servieren mit Sekt aufgießen.
Waldmeistersirup
500 Gramm Zucker
½ Liter Wasser
1 Bund angewelkter Waldmeister
3-4 ZitronenDas Wasser mit dem Zucker aufkochen lassen, dann die Waldmeisterpflanzen dazugeben und weiter köcheln lassen, bis ein Sirup entsteht.
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