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Der Wurmfarn (Driopteris filix-mas)
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Familie der Schildfarngewächse – AspidiaceaeFarne gehören zu den ältesten Pflanzen der Welt. Es gibt sie bereits seit 400 Millionen Jahren auf dieser Erde. Im Steinkohlenzeitalter (Karbon) gab es sogar Farne, die so groß wie Bäume waren. Gemeinsam mit den Bärlapp- und Schachtelhalmgewächsen bildeten die Ablagerungen dieser Pflanzen die wichtige Grundlage für unsere heutige Steinkohle. Heute erfreuen uns die Farne vor allem, wenn wir durch den Wald spazieren. Sie strahlen in wunderbarem Grün und gerade im Frühling, wenn sie sich spiralförmig entrollen, üben sie einen besonderen Zauber auf uns aus. |
Am Geläufigsten ist uns der Wurmfarn, der einerseits am häufigsten auftritt und andererseits auch noch heute wegen seiner Heilkraft bei Wurmerkrankungen bekannt ist.
Geschichte und Mythen
Farne wurden schon immer als sehr mystische, zauberkräftige Pflanzen verehrt. Farne galten als heilige Pflanzen, die für verschiedene magische Zwecke verwendet wurden. Gerne bezeichne ich den Farn als Hexenkraut. Warum für die Menschen das Farnkraut als Zauberkraut galt, hat verschiedene Ursachen. Einerseits dürfte die spiralige Form des jungen Krautes verantwortlich dafür sein. Das Symbol der Spirale ist ein sehr altes, sehr bedeutungsvolles Symbol. Es steht für fortlaufendes Wachstum, für Weiterentwicklung auf immer höherer Ebene, aber auch für den immerwährenden Kreislauf des Lebens, Schon immer galt die Spirale als Symbol für das Leben und für das Glück. Und so galt auch das Farnkraut, dass sich spiralförmig entrollt, als Glück bringendes und lebenserhaltendes Kraut.
Besondere Bedeutung kommt auch den Fransporen zu, die an der Unterseite des Farnwedels sitzen und goldgelben Staub enthalten. Sie beinhalten ja das Geheimnis der Fortpflanzung des Farnes. Schließlich bildet der Farn keine Blüten und Samen, wie alle anderen Pflanzen, aus. Auch dieser Umstand war für den früheren Menschen wohl sehr „zauberhaft“. Jedenfalls galten diese Farnsporen als besonders zauberkräftig. Mit Farnsamen in der Tasche wurde jedermann reich und glücklich. Außerdem konnte man mit Hilfe der Farnsamen (Sporen) die Tiere verstehen und sogar unsichtbar werden, wie es in folgender Geschichte beschrieben wird:
Aus dem reichen Sagenschatz des Pater Willibald Leeb
Der Farn
In der Johannisnacht um Mitternacht von elf bis zwölf geht der Farnsamen auf, blüht und fällt er. Er hat die Eigenschaft, dass er einen unsichtbar machen kann. Da ist einmal ein Mann eben um diese Zeit, als der Farnsamen gefallen ist, durch den Wald mit den Ochsen nach Hause gefahren und es ist ihm so ein Samen des Farnes in den Schuh gefallen. Jetzt als er nach Hause gekommen ist, haben seine Leute wohl das Fuhrwerk gesehen, aber ihn haben sie nicht gesehen. Erst als er in der Stube drinnen die Schuhe ausgezogen hatte, haben sie ihn wieder gesehen, die Schuhe aber wo der Samen drinnen war, blieben unsichtbar. Wenn man in der Johannisnacht (24. Juni) im langen, weiß blühenden Farn umhergeht und einem ein solcher Farnsamen in die Schuhe fällt, so ist man unsichtbar.
Heilzwecke
Innerlich
- Bei Wurmerkrankungen
- Vorsicht, der Farn ist giftig, auf keinen Fall sollte selbst dosiert werden
Äußerlich (Tinktur aus der Wurzel)
- Rheuma
- Gicht
- Kreuzschmerzen
- Ischiasbeschwerden
- Nervenschmerzen
Vorkommen
Der Farn ist in ganz Europa verbreitet. Am häufigsten wächst er in schattigen Wäldern, auf humusreichen Böden.
Sammeltipps
Die Blätter des Farnes werden von Juni bis September geerntet. Die Wurzel gräbt man im August oder September aus.
Inhaltsstoffe
- Filmaron
- Filicin
- Phloroglucin
- ätherische Öle
Rezepte zur Heilanwendung
Tinktur aus Farnwurzel
Die Wurzel des Farnes an einem August oder Septembertag ernten. Gut reinigen und in kleine Stücke schneiden. In ein verschließbares Gefäß geben und mit hochprozentigem Alkohol übergießen. Aufeine mittlere Wurzel kommt etwa ein halber bis ein dreiviertel Liter Alkohol. Das Glas wird verschlossen und sollte etwa 4 Wochen lange stehen bleiben. Danach kann die Tinktur abgeseiht werden und in einer dunklen Flasche aufbewahrt werden.
Diese Tinktur hilft als Einreibung bei Kreuzschmerzen, Ischiasbeschwerden, Kopfschmerzen oder rheumatischen Beschwerden. Auch Umschläge wirken sehr gut. Dazu wird die Tinktur in warmes Wasser gegeben, ein Leinentuch wird darin getränkt. Dieses Leinentuch gibt man auf die schmerzende stelle und umwickelt es noch mit einem festen Baumwolltuch oder einem Handtuch.
Bitte beachten - diese Rezepte sind ohne Gewähr - vor der Anwendung ist immer ein ARZT zu kontaktieren !
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